Letzte Ratssitzung der Wahlperiode: Gemeinderat Müden (Aller) stellt wichtige Weichen für die Zukunft

4. September 2026

Müden (Aller), 31. August 2026. Mit seiner Sitzung am Montagabend ist der Rat der Gemeinde Müden (Aller) zum letzten Mal in der Wahlperiode 2021 bis 2026 zusammengekommen. Zum Abschluss standen noch einmal zahlreiche wichtige Themen auf der Tagesordnung – von der Dorfentwicklung und dem Wohnungsbau über den Hochwasserschutz bis hin zur regionalen Energiewende.

„Auch die letzte Sitzung dieser Wahlperiode zeigt, dass wir nicht auf Sicht fahren, sondern Entscheidungen treffen, die teilweise weit in die kommenden Jahre hineinwirken“, erklärt Bürgermeister Timm Bußmann. „Wir bringen Projekte auf den Weg, schaffen Voraussetzungen für weitere Investitionen und sorgen dafür, dass der neu gewählte Rat unmittelbar weiterarbeiten kann.“

Schützenheim Ettenbüttel soll zum Ort der Begegnung werden

Einen wichtigen Beschluss fasste der Rat für Ettenbüttel. Das bisherige Schützenheim soll in die Dorfentwicklung der Dorfregion Allerperlen aufgenommen und perspektivisch saniert werden. Hintergrund ist die Auflösung des Sportschützenvereins Ettenbüttel von 1870 e.V. und die Rückübertragung von Grundstück und Gebäude an die Gemeinde. Ziel ist es, das Bestandsgebäude samt Umfeld künftig als „Ort der Begegnung“ weiterzuentwickeln. Hierfür wird der Dorfentwicklungsplan fortgeschrieben; eine Förderantragstellung ist für den 30. September 2027 vorgesehen.

„Damit wollen wir nicht einfach nur ein Gebäude erhalten. Unser Ziel ist es, einen Treffpunkt für Ettenbüttel zu schaffen, der künftig von verschiedenen Vereinen, Gruppen und Menschen aus dem Ort genutzt werden kann“, so Bußmann.

Mehr Möglichkeiten für neuen Wohnraum

Gleich zwei Entscheidungen beschäftigten sich mit dem neuen sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“. Für ein Grundstück Kartoffelberg in Flettmar wurde die Zustimmung für ein Einzelhaus mit drei Wohneinheiten beraten. Die bisherige Bauleitplanung lässt dort grundsätzlich höchstens zwei Wohnungen je Wohngebäude zu. Durch die neuen Regelungen des Baugesetzbuches kann die Gemeinde im Einzelfall weitergehende Befreiungen zugunsten des Wohnungsbaus ermöglichen.

Auch im Wildroder Ring soll der Wohnungsbau-Turbo genutzt werden. Dort geht es um die Errichtung eines weiteren Einfamilienhauses auf einem bereits bebauten Grundstück, wobei die bisher festgesetzte hintere Baugrenze überschritten werden soll.

Stellplätze in Neubaugebieten werden vertraglich abgesichert

Eine weitere Entscheidung betrifft die gemeindlichen Wohnbaugrundstücke. Seit einer Änderung der Niedersächsischen Bauordnung müssen Bauherren bei Eigenheimen grundsätzlich keine Stellplätze mehr auf dem eigenen Grundstück nachweisen. Da die Straßen in den aktuellen Neubaugebieten jedoch unter den früheren Voraussetzungen geplant wurden, will die Gemeinde zusätzlichen Parkdruck im öffentlichen Straßenraum vermeiden.

Künftig soll deshalb in den Grundstückskaufverträgen der Gemeinde festgeschrieben werden, dass je Wohneinheit zwei Garagen oder Stellplätze auf dem Grundstück herzustellen sind. Bei einem Verstoß ist eine Vertragsstrafe von 7.500 Euro je fehlendem Einstellplatz vorgesehen.

Unterhaltung der Gräben wird neu organisiert

Auch beim Thema Gewässerunterhaltung wurden die nächsten Schritte beschlossen. Die Unterhaltung festgelegter Gewässer III. Ordnung soll künftig durch den Aller-Ohre-Ise-Verband erfolgen. Die jährlich notwendigen Maßnahmen werden weiterhin über die Grabenschaukommission abgestimmt und anschließend durch den Verband umgesetzt. Ziel ist eine fachgerechte, einheitliche und kontinuierliche Unterhaltung des Grabensystems.

Dabei spielen nicht nur die gemeindeeigenen Gräben eine Rolle. Auch einzelne private Gräben haben aufgrund ihrer Bedeutung für Wasserabfluss, Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen und Hochwasserschutz eine wichtige Funktion.

Bootsanleger sollen neugestaltet werden

Die bisherige Idee in Flettmar an der Allerbrücke ein Konzept für einen Bootsanleger zu erstellen, wurde nun erweitert, es soll eine Gesamtkonzept entlang der Aller und Oker entwickelt werden und mit möglichst mit Fördermittel aus der Dorfentwicklung und dem LEADER-Programm umgesetzt werden

Abschluss einer arbeitsreichen Wahlperiode

Mit der Sitzung endete zugleich die reguläre Ratsarbeit der Wahlperiode 2021 bis 2026. Bürgermeister Timm Bußmann dankte den Ratsmitgliedern zum Abschluss für die Zusammenarbeit:

„Hinter uns liegen fünf Jahre, in denen in unserer Gemeinde viel passiert ist. Nicht jede Diskussion war einfach und nicht bei jedem Thema waren wir einer Meinung – das gehört zur kommunalen Demokratie dazu. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam Verantwortung für unsere Gemeinde übernommen haben. Viele Projekte sind abgeschlossen, andere auf den Weg gebracht. Dafür möchte ich allen Ratsmitgliedern, der Verwaltung und allen Menschen danken, die sich mit ihren Ideen und ihrem Engagement eingebracht haben.“

„Der nächste Rat wird auf einer guten Grundlage weiterarbeiten können. Gleichzeitig warten genügend neue Aufgaben auf uns. Müden (Aller) und seine Ortsteile weiterzuentwickeln, bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe.“

Weitere Informationen unter: https://www.sg-meinersen.sitzung-online.de/public/to010?SILFDNR=1000191&refresh=false